Der DBSX Designprozess — Konzeption als Disziplin

Wenn Premium-Marken sich für ein konzeptionelles Spatial-Design-Studio entscheiden, fragen sie als erstes nicht nach dem Portfolio. Sie fragen nach dem Prozess. Wie kommt eine räumliche Idee entsteht, die zur Marke passt, und wie wird daraus ein gebauter Raum, der die ursprüngliche Idee nicht verwässert? Das ist eine berechtigte Frage, weil die Antwort die Qualität des Ergebnisses fast vollständig vorbestimmt.

Bei DBSX folgen wir einem Prozess in drei Hauptphasen, die jeweils klare Übergänge und Entscheidungspunkte haben. Wir nennen ihn intern den Konzept-Detail-Realisierungs-Prozess. Er ist nicht revolutionär, aber er ist diszipliniert, und das ist im Spatial-Design-Bereich seltener, als es klingt.

Phase 1 — Recherche und Briefing

Jedes Projekt beginnt mit einer Phase, die für viele Auftraggeber überraschend lang dauert: der Recherche- und Briefing-Phase. Wir verbringen die ersten zwei bis vier Wochen damit, die Marke, das konkrete Projekt und seinen Kontext gründlich zu verstehen. Das ist die Phase, in der die meisten späteren Probleme entweder vermieden oder ungewollt eingebaut werden.

Recherche und Briefing umfassen drei Teile. Erstens: die Markenanalyse. Wir lesen Markenstrategien, Markenarchitekturen, Visual Guidelines, Tone-of-Voice-Dokumente und sprechen mit den Brand- und Marketing-Verantwortlichen, die für die Marke täglich zuständig sind. Wir wollen verstehen, was die Marke beansprucht, was sie nicht ist, und woran sie misst, ob ein Markenraum zu ihr gehört oder nicht. Zweitens: die Projektanalyse. Welches konkrete Format ist gefragt, welcher Anlass, welche Zielgruppe, welche Kommunikationsaufgabe, welche Zeit- und Budgetrahmen. Drittens: der räumliche Kontext. Welche Fläche, welche bestehenden Strukturen, welche Sichtachsen, welche Nachbarschaft, welche logistischen Bedingungen.

Am Ende dieser Phase steht ein schriftliches Briefing, das wir mit dem Auftraggeber abstimmen. Das Briefing ist die einzige Quelle der Wahrheit für das Projekt. Spätere Diskussionen über Designentscheidungen werden gegen das Briefing rückgekoppelt, nicht gegen Geschmacksfragen. Diese Disziplin ist ungewöhnlich, aber sie ist der Grund, warum Konzeptphasen bei uns selten in unklare Iterationen abdriften.

Phase 2 — Konzept und Entwurf

Mit dem unterschriebenen Briefing beginnt die Konzept- und Entwurfsphase. Hier entstehen die räumliche Idee, die Materialwelt, das Lichtkonzept und eine erste belastbare 3D-Visualisierung. Diese Phase dauert je nach Komplexität zwischen vier und zwölf Wochen.

Wir arbeiten in der Konzeptphase mit einer reduzierten Anzahl von Entwürfen, in der Regel zwei bis drei. Wir präsentieren keine zehn Alternativen, aus denen der Auftraggeber „seinen Favoriten" wählt. Diese Vorgehensweise produziert in der Praxis selten gute Ergebnisse, weil jeder einzelne Entwurf weniger durchdacht ist und der Auftraggeber in eine Auswahlrolle gedrängt wird, statt in eine Diskussionsrolle. Stattdessen kommen wir mit wenigen, aber tief durchdachten Vorschlägen, die wir gegen das Briefing argumentieren können.

Die räumliche Idee ist immer mehr als ein Stil. Sie ist eine räumliche These, die eine Aussage über die Marke macht. Diese These wird durch Material, Licht, Choreografie und Detail getragen. Wenn die These klar ist, lassen sich daraus alle weiteren Entscheidungen ableiten. Wenn die These unklar ist, wird das Projekt im weiteren Verlauf chaotisch, egal wie schöne 3D-Renderings es gibt.

Materialauswahl und Lichtkonzept sind in dieser Phase keine Anhängsel, sondern zentrale Konzeptbestandteile. Wir entscheiden früh, welche drei bis fünf Materialien das Projekt prägen, in welcher Bearbeitungsqualität sie eingesetzt werden, und welche Lichtdramaturgie sie zur Wirkung bringt. Diese frühen Entscheidungen vermeiden später, dass Materialien aus Kostengründen ausgetauscht werden, was fast immer Konzepte verwässert.

Am Ende dieser Phase steht ein freigegebenes Konzept mit Visualisierungen, Materialliste, Lichtkonzept und Grundrissen. Das Konzept ist die Basis für alle folgenden Schritte.

Phase 3 — Detail und Begleitung

Die Detail- und Realisierungsphase ist die längste und arbeitsintensivste. Hier wird aus dem Konzept ein baubares Projekt. Diese Phase dauert je nach Größe und Komplexität zwischen zwölf und sechsundzwanzig Wochen.

Detailplanung umfasst alle Werkpläne, Anschlussdetails, Verbindungen, Befestigungen, technische Integration und alle Festlegungen, die eine Bau-Firma zur Umsetzung braucht. Die Qualität dieser Detailplanung ist der häufigste Unterschied zwischen einem Konzept, das gut gebaut wird, und einem, das in der Umsetzung an Sichtkanten und Materialübergängen scheitert. Wir investieren bewusst viel Zeit in diese Phase, weil hier die meiste Wirkung pro Aufwandseinheit erzeugt wird.

Parallel zur Detailplanung beginnt die Auswahl und Abstimmung mit den Bau-Partnern. DBSX baut nicht selbst. Wir arbeiten mit erfahrenen Messebau- und Ladenbau-Firmen, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten und deren handwerkliches Niveau wir verlässlich einschätzen können. In der Regel empfehlen wir den passenden Partner abhängig vom Projekt, der Stadt und der gewünschten Bauqualität.

Bauliche Begleitung bedeutet, dass wir vor und während der Realisierung auf der Baustelle präsent sind, Detailfragen klären, Materialfreigaben machen, Anpassungen entscheiden und am Ende die fertige Realisierung gegen das ursprüngliche Konzept prüfen. Diese Begleitung ist nicht optional. Sie ist der Unterschied zwischen einem Konzept, das vom Bau-Partner interpretiert wurde, und einem Konzept, das so gebaut wurde, wie es gedacht war.

Was im Prozess nicht passiert

Es ist hilfreich, auch zu beschreiben, was in unserem Prozess nicht passiert. Wir präsentieren keine zehn Konzept-Alternativen. Wir liefern keine generischen 3D-Renderings, in denen Möbel aus Modulkatalogen platziert werden. Wir machen keine Konzepte, die in der Realisierung an Anschlussdetails scheitern, weil sie diese nicht durchgeplant haben. Wir übernehmen keine Bauleistung, die wir besser an spezialisierte Partner abgeben können. Wir akquirieren keine Standardprojekte, für die ein modulares Messebau-System die richtige Lösung wäre.

Diese Selbstbeschränkung ist wichtig, weil sie verhindert, dass wir Projekte schlechter machen, indem wir versuchen, alles selbst zu liefern. Konzeption und Detailentwicklung sind unsere Disziplin. Bauliche Realisierung ist die Disziplin unserer Partner.

Was der Prozess kostet, in Zeit und Budget

Ein Premium-Messeauftritt mit DBSX braucht in der Regel vier bis sechs Monate Vorlauf, ein komplexeres Retail- oder Brand-Experience-Konzept eher sechs bis neun Monate. Diese Zeit ist nicht beliebig komprimierbar. Eine gute Konzeptphase braucht Wochen, in denen Recherche, Diskussion und Reifung möglich sind. Eine gute Detailphase braucht Wochen, in denen Materialfreigaben, Anschlussdetails und Werkpläne sauber erarbeitet werden. Kurze Zeitfenster sind möglich, aber sie reduzieren immer die Tiefe, die ein Konzept entwickeln kann.

Budget-Spannen lassen sich aus der Distanz nicht seriös nennen, weil sie stark von Format, Größe und Materialwahl abhängen. Was wir aber klar sagen können: Unsere Konzepte entfalten ihren Wert dort, wo Marken signifikant in den Premium-Auftritt investieren. Für Standardstände mit modularen Systemen sind wir nicht der richtige Partner.

Warum die Disziplin den Unterschied macht

Wir glauben, dass der Unterschied zwischen einem gelungenen und einem mittelmäßigen Markenraum nur zu einem kleinen Teil im individuellen gestalterischen Talent liegt. Der größte Teil liegt in der Disziplin des Prozesses. Wer Recherche ernst nimmt, klare Konzept-Thesen formuliert, Material und Licht früh entscheidet, Detailplanung sorgfältig durchführt und die Realisierung baulich begleitet, produziert mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Räume. Wer eine dieser Phasen abkürzt, produziert mit hoher Wahrscheinlichkeit Räume, die enttäuschen.

Das ist die einfache Aussage hinter dem komplexen Prozess. Konzeptionelles Spatial Design ist keine Magie. Es ist eine Disziplin, die sich lernen, üben und über Projekte hinweg verbessern lässt.

Weiterlesen aus unseren Insights:

Wenn Sie ein Premium-Spatial-Design-Projekt planen und einen Konzept-Partner suchen, der einen disziplinierten Prozess von der Idee bis zur baulichen Realisierung verantwortet, freuen wir uns über ein Gespräch. DBSX entwickelt konzeptionelles Spatial Design aus Berlin, deutschlandweit und international. Kontakt: info@dbsx.space.

Wenn Sie überlegen, wie der nächste Auftritt Ihrer Marke aussehen soll – und ob konzeptionelles Spatial Design der richtige Weg ist – freuen wir uns über ein Gespräch.

Kontakt aufnehmen

Zurück
Zurück

Retail Design für Premium-Marken — Vom Verkaufsraum zur Markenerfahrung

Weiter
Weiter

Was preisgekrönte Markenräume gemeinsam haben — Lessons aus German Design Award und iF Design Award